Dankesrede von Thomas Hettche

 

Thomas Hettche ergründete in seiner Dankesrede anhand des antiken Mythos von der Häutung des Satyrs Marsyas das Verhältnis von Autor und Publikum, Autor und Leserschaft, Autor und Buch. Dem Mythos zugrunde liegt die Herausforderung des Marsyas, der den Gott Apoll zu einem Wettstreit um den besten Musiker herausfordert. Der Sieger würde als Preis mit dem Verlierer tun dürfen, was ihm beliebt. Dieses Los ereilt der Flötenspieler Marsyas. Als Lohn seines Sieges lässt der die Leier spielende Apoll den Verlierer Marsyas bei lebendigem Leib häuten. In den verschiedensten Facetten erkennt Thomas Hettche darin metaphorisch die Erfahrungen des Autors, der sich entblössend vor sein Publikum stellt und diese Erfahrung (auch) als qualvoll erlebt. Schicht für Schicht legt er in der Dankesrede subtil philosophische, kultur-und literaturgeschichtliche Zusammenhänge zum Thema frei, um am Ende mit seinem Dank für den „wunderbaren Solothurner Literaturpreis“ doch versöhnlich zu schliessen.



Tizian: Die Häutung des Marsyas (etwa 1570-1576)

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