Franz Hohler erhält den Preis für sein facettenreiches Werk, in dem er sich als begnadeter Erzähler für Gross und Klein erweist. Mit anarchischer Lust an der Schriftsprache wie an der Mundart bespielt er virtuos alle literarischen Gattungen. Oft mit absurdem Witz, immer leidenschaftlich engagiert, stets auf der Seite der Unscheinbaren, Schwächeren, der Kinder auch, treibt er in seinen Geschichten ein schelmisches Spiel mit dem vermeintlich Gewöhnlichen und den Erwartungen der Leserinnen und Leser, die er nur zu gerne mit listigen Wendungen düpiert.
Franz Hohler ist 1943 in Biel geboren und in Olten aufgewachsen. Seit fast vierzig Jahren wohnt er mit seiner Familie in Zürich.

Die dreiköpfige Jury, bestehend aus Hans Ulrich Probst (Vorsitz), Christine Tresch und Beat Mazenauer, zeichnet einen Erzähler und Dichter aus, der in seinen mitunter märchenhaften Texten die utopischen Potenziale unseres Alltags auslotet. Spitzbübische Freude an schicksalshaften Fügungen und verblüffenden Handlungsverläufen kennzeichnet die Geschichten von Franz Hohler ebenso wie ihre seismographisch präzise Wahrnehmung von gesellschaftlichen und ökologischen Veränderungen. Hohler ist stets auf Augenhöhe mit seiner Leserschaft. Er zieht der vertrackten Komposition und dem ausufernden Format originelle Plots und lakonische Pointen vor, wohl wissend, dass im Einfachen das Komplexe steckt. Seine subtile Poesie bewährt sich in der Gestaltung des Beiläufigen, Unscheinbaren ebenso wie in persönlicher Behaftbarkeit.

 

Bücher von Franz Hohler (Auswahl): 

  • Das verlorene Gähnen. Benteli Verlag, 1967.
  • Idyllen. Prosa, 1970.
  • Der Rand von Ostermundigen. Luchterhand Literaturverlag 1973.
  • Wegwerfgeschichten. Luchterhand Literaturverlag, 1974.
  • Die Rückeroberung. Erzählungen, Luchterhand Literaturverlag, 1982.
  • Vierzig vorbei. Gedichte, 1988.
  • Der neue Berg. 1989.
  • Zur Mündung, 37 Geschichten von Leben und Tod. 2000
  • Die Torte und andere Erzählungen. 2004
  • Vom richtigen Gebrauch der Zeit. 2006.
  • Das Kurze. Das Einfache. Das Kindliche. Ein Gedankenbuch, 2010
  • Der Stein. Erzählungen, 2011.
  • Eine Kuh verlor die Nerven. Franz Hohlers erste Texte, 1959-1966 im Oltner Tagblatt erschienen, Knapp Verlag, 2011
  • Schnäll i chäller. Gesprochene Texte, Der gesunde Menschenversand 2012
  • Spaziergänge. 2012
  • Der Geisterfahrer. Die Erzählungen, 2013 (Darin enthalten sind u.a. Der Rand von Ostermundigen, Die Rückeroberung, Das verspeiste Buch, Die Torte)

(Wo nicht anders vermerkt, sind die Bücher von Franz Hohler im Luchterhand Literaturverlag erschienen)

Kinderbücher:

  • Tschipo. dtv, 1978.
  • Tschipo und die Pinguine. dtv, 1985.
  • Tschipo in der Steinzeit. Ravensburger Verlag 1995.
  • Der Granitblock im Kino. Geschichten, Luchterhand Literaturverlag, 1981
  • Hin- und Hergeschichten. Mit Jürg Schubiger. Verlag Nagel & Kimche, 1986.
  • Die Spaghettifrau. Illustriert von Nikolaus Heidelbach, Ravensburger Verlag, 1998.
  • Wenn ich mir etwas wünschen könnte, Hanser 2000
  • Der grosse Zwerg und andere Geschichten. Illustriert von Nikolaus Heidelbach, dtv, 2003 (Enthält Geschichten aus: Der Granitblock im Kino und Die Spaghettifrau)
  • Aller Anfang. Geschichten von Jürg Schubiger und Franz Hohler; Bilder von Jutta Bauer, Beltz & Gelberg, 2006.
  • Das grosse Buch. Gesammelte Kindergeschichten, illustriert von Nikolaus Heidelbach, Hanser, 2009
  • Es war einmal ein Igel. Kinderverse, Hanser, 2011

 

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